Mit dem Roller durch Südostasien

Mit dem Roller durch Südostasien und das echte Leben kennen lernen. Hört sich das nicht geil an? Ist es auch. Deshalb möchte ich euch die besten Punkte näher bringen.

Der Streichelzoo

In Kambodscha, Laos sowie Vietnam sind die Strassen ein richtiger Streichelzoo. Von Hühner, Wasserbüffeln, Kühen, Hunden, Katze und Schweinen ist AUF den Strassen alles zu finden. Bis auf die Hühner und Katzen ist kein einziges Tier schreckhaft. D.h. DU weichst aus. Definitiv nicht die Tiere...

 

Man sieht viel mehr

Man sieht mehr und man wird auch mehr gesehen. Mittagspause mit dem Standartgericht Nudelsuppe muss man resp. macht man in einem lokalem Restaurant / Strassenküche. Alle Leute schauen dich an als ob man einen Penis auf der Stirn hat. Durch das Wort Falang weiss man ganz genau, dass sie über einem sprechen. Ich mag es richtig doll. wenn Leute über mich lachen und ich weiss nicht weshalb. Aber immerhin spreche ich jede Sprache auf der Erde. Im Prinzip könnte das Restaurant / Strassenküche Eintritt für die lokale Bevölkerung verlangen. Bei welchem Zoo kommt man schon gratis rein?

 

Man bekommt die verschieden Geschmäcker des Landes mit.

Man fährt so durch die Gegend und sieht ein Feuer. Hmm da müssen die Leute am Kochen sein. Stimmt, hungrig bin ich auch langsam. Aber neiiin, die verbrennen bloss den Plastikabfall. Manchmal schmeissen sie auch Glas und Büchsen ins Feuer. Der Geschmack nach verbranntem Plastik ist einfach sensationell. Vor allem wenn man alle 5 Minuten durch eine Wolke von Plastikrauch fährt und die Luft halten muss.

 

Man fährt durch die wilde Natur und atmet die frische Luft

In Kambodscha und Laos gibt’s keinen TÜV, Abgastests usw. Dem entsprechend geniesse ich auch jedes Mal den nach Erdbeeren und Vanille riechenden Duft wenn ich hinter einem Lastwagen fahren darf. Das passiert übrigens nur wenn ich bergauf fahre und mein Motor zu schwach ist um zu überholen. Dies liegt selbstverständlich ausschliesslich an meinem schweren Rucksack. Wegen nichts anderem…

 

Die pure Freiheit!!! Man kann tun und lassen was man will.

Ich mag es total die Routen zu planen und zu realisieren, dass die nächsten 200km kein einziges Guesthouse zu finden ist. Auch ein Homestay ist total angenehm. Ich unterhalte mich sehr gerne den ganzen Abend mit der Familie auf Laotisch und teile mit ihnen das Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche und Bad. Was übrigens alles der gleiche Raum ist… Auch ist es jedes Mal wieder schön, „Freunde“ zu verabschieden, da diese mit dem Bus reisen und innerhalb 18 Stunden am Zielort sind. Ich darf mich zum Glück die nächsten drei Tag an diesen Ort quälen.

 

Endlich mal kleine Dörfchen sehen

Es gibt einen Grund, dass die Dörfer klein sind. Die Strassen sind voll mit winzig kleinen und sehr angenehmen Schlaglöchern. Die Schlaglöcher geben einem eine äusserst angenehme und nie aufhörende Rückenmassage. Der Rucksack den man trägt, verstärkt die Wirkung bis man nach einem gewaltigen Rückenorgasmus eine Pause einlegt. Während der Pause am Strassenrand, fahren die nach Vanille und Erdbeeren riechenden Laster vorbei. Juhuuu ich darf diese bald wieder überholen…

 

Man kommt in Kontakt mit den Locals

Es macht rüdig Spass, wenn mein Roller, die Suzie Wong, einen Schaden hat und nicht mehr weiter fährt. So hab ich einen Grund auf die Locals zu zugehen und nach Hilfe zu fragen. Was auch immer wieder Spass macht, ist den Mechaniker zu erklären, dass die Suzie nicht mehr tut wie sie sollte.

Mittlerweile bin ich König im Spiel Scharade...

Ach ja, ich finde es extrem Toll, dass die Mechaniker so viel Ahnung haben, dass sie bei einem platten Reifen den Blinker kontrollieren. Das ist Balsam für meine Nerven.

 

Kennenlernen der verschieden Schlaglöchern

Hier in Asien gibt es verschieden Schlaglöcher. Die einen sind ganz klein (wie ein Auto) die Anderen sind etwas grösser (wie ein Fussballfeld). Es gibt sogar Löcher die nach oben ausgerichtet sind. Wie diese zustande kommen, ist mir noch immer ein Rätsel. Erklären kann ich mir dies nur, durch die tektonische Plattenverschiebung. Denn der Teer resp. Zement ist noch ganz und ohne Risse. Auch hab ich mal ein 10Rp. Stück in ein Schlagloch geworfen. Ich warte noch heute auf den Aufschlagston. Was auch geil ist, ein Schlagloch kommt selten allein. D.h. wenn du ausnahmsweise mal ein Schlagloch siehst, auch wenn es noch so klein ist, SOFORT abbremsen, da kommen noch mehr und vor allem grössere. Ok, die kleinen Schlaglöcher warnen dich wenigstens vor den Grossen…

 

Kennenlernen der Physik

Dank den Schlaglöchern lernt man das physikalische Prinzip der Trägheit. Selbstverständlich erkläre ich euch das gerne anhand eines Beispiels: Falls man über eines der seltenen Schlaglöcher fährt, bewegt sich das Bike entsprechend der Tiefe des Schlagloches mit nach unten. Der Körper resp. die Hoden fällt, aufgrund der Trägheit, erst mit einer Verzögerung nach Unten. Das Resultat ist eine äusserst angenehme Erfahrung einer Eierquetschung.

 

Ich werde immer wieder gefragt ob es wirklich so super ist mit dem Roller zu reisen. Grundsätzlich macht es unheimlich viel Spass und man bekommt wirklich mehr von Land mit als ohne. Auch ist man immer mobil. D.h. kein Roller mieten usw. Jedoch gibt es auch Situationen wo es einfach nur noch anscheisst. Die letzten beiden Tage waren solche. Solange aber die positiven Punkte in der Überzahl sind, werde ich weiterhin mit dem Roller unterwegs sein.

Also guets Schaffe